Wasserschaden? Rufen Sie uns direkt an. 06028 997397 Wir melden uns so schnell wie möglich.

Warum der Fußbodenaufbau entscheidet

Ob und wie ein Estrich getrocknet werden muss, hängt davon ab, wie er aufgebaut ist. Die drei häufigsten Bauarten verhalten sich bei Wasser völlig unterschiedlich:

  • Verbundestrich liegt direkt auf der Rohdecke. Es gibt keine Dämmschicht, in der sich Wasser sammeln kann. Feuchtigkeit sitzt im Estrich selbst und im Untergrund und lässt sich meist über die Oberfläche trocknen.
  • Estrich auf Trennlage ist durch eine Folie vom Untergrund getrennt. Wasser kann sich unter der Folie verteilen; die Trocknung muss diesen Zwischenraum erreichen.
  • Schwimmender Estrich ist der Standard im Wohnungsbau: Unter der Estrichplatte liegt eine Dämmschicht aus Mineralwolle oder Hartschaum, darauf eine Folie. Eingedrungenes Wasser sammelt sich in der Dämmschicht und breitet sich dort weit über den sichtbaren Schadenbereich hinaus aus. Genau hier ist die Dämmschichttrocknung nötig.

Wie eine Dämmschichttrocknung abläuft

Nach der Feuchtemessung – auch in Räumen, die auf den ersten Blick trocken wirken – werden Bohrungen im Estrich gesetzt oder Randfugen geöffnet. Über diese Öffnungen wird die Dämmschicht mit trockener Luft durchströmt. Je nach Situation arbeiten wir im Unterdruckverfahren, bei dem feuchte Luft aus der Dämmschicht abgesaugt und über Wasserabscheider und Filter geführt wird, oder im Überdruckverfahren, bei dem trockene Luft eingeblasen wird und die Feuchtigkeit über Randfugen entweicht. Welches Verfahren wir wählen, hängt vom Aufbau, von der Belegung des Raums und von hygienischen Anforderungen ab – etwa, ob während der Trocknung im Raum gewohnt wird.

Die Trocknung wird mit Kontrollmessungen an den Bohrpunkten begleitet. Erst wenn die Dämmschicht die notwendige Restfeuchte erreicht hat, werden die Geräte abgebaut, die Bohrungen geschlossen und der Bodenbelag wiederhergestellt.

Technik

Geräte, Filter und Hygiene

Bei der Dämmschichttrocknung wird Luft aus einem Bereich bewegt, in dem sich Feuchtigkeit, Staub und je nach Schadenalter auch Keime befinden können. Deshalb setzen wir bei Absaugverfahren Wasserabscheider und Filter ein und arbeiten im bewohnten Bereich bevorzugt so, dass belastete Luft nicht ungefiltert in den Raum gelangt. Welche Filterstufe sinnvoll ist, entscheiden wir nach Befund; pauschale Aussagen dazu wären unseriös.

Die Geräte laufen in der Regel durchgehend und werden in festen Abständen kontrolliert. Wir sprechen mit Ihnen ab, wo sie stehen können, damit Wohnräume so wenig wie möglich eingeschränkt sind.

Fahrbares Dämmschichttrocknungsgerät mit angeschlossenen gelben Schläuchen
Gerät zur Dämmschichttrocknung mit Schlauchanschlüssen für Über- oder Unterdruckverfahren.

Wiederherstellung

Öffnungen schließen, Boden wiederherstellen

Bohrungen und geöffnete Randfugen werden nach der Trocknung fachgerecht verschlossen. Bodenbeläge, die für die Bohrungen entfernt wurden oder durch das Wasser beschädigt sind, ersetzen wir: Laminat, PVC und Linoleum verlegen wir selbst, Fliesen- und Parkettarbeiten koordinieren wir mit Fachpartnern. Sockelleisten, Putzsockel und angrenzende Wandflächen gehören ebenfalls zur Wiederherstellung.

Wann ein Rückbau nötig wird

Nicht jede Dämmschicht lässt sich retten. Wenn das Wasser lange gestanden hat, stark verschmutzt war – etwa bei Abwasser – oder das Dämmmaterial durch die Nässe zerstört ist, kann ein Rückbau von Estrich und Dämmung die sauberere und am Ende wirtschaftlichere Lösung sein. Diese Entscheidung treffen wir anhand von Messwerten und Befund gemeinsam mit Ihnen und, falls beteiligt, mit dem Sachverständigen der Versicherung. Kein Verfahren ist alternativlos.

Hinweise für Eigentümer und Versicherungsfälle

Dämmschichttrocknungen dauern in der Regel mehrere Wochen. Sie erhalten ein Protokoll mit Lage der Bohrpunkte, Messwerten, Laufzeiten und Stromverbrauch. Bei Fußbodenheizungen stimmen wir die Bohrpunkte nach Plan und mit Ortung ab. Ob Ihre Versicherung die Kosten trägt, richtet sich nach Vertrag und Schadenursache – wir liefern die Unterlagen, die dafür gebraucht werden.

Grenzen der Estrichtrocknung

  • Bei Abwasserschäden oder lange unbemerkten Schäden kann ein Rückbau notwendig sein – wir sagen Ihnen das nach der Messung, nicht erst nach Wochen.
  • Bei Fußbodenheizung sind Bohrungen nur nach Plan und Ortung möglich; das erfordert zusätzliche Abstimmung.
  • Verbundestrich benötigt in der Regel keine Dämmschichttrocknung – hier trocknen wir über die Oberfläche.

Fragen

Häufige Fragen zu Estrich und Dämmschicht

Was passiert mit Estrich und Dämmschicht?

Bei einem schwimmenden Estrich liegt unter der Estrichplatte eine Dämmschicht aus Mineralwolle oder Hartschaum. Wasser, das den Estrich durchdringt oder seitlich eindringt, sammelt sich in dieser Schicht und kann von dort nicht von selbst entweichen. Wir prüfen mit Messungen, ob die Dämmschicht betroffen ist. Falls ja, wird sie über Bohrungen oder geöffnete Randfugen mit speziellen Geräten getrocknet. Der Estrich bleibt dabei in den meisten Fällen erhalten. Ist die Dämmschicht stark verschmutzt oder das Material nicht mehr trocknungsfähig, kann ein Rückbau notwendig sein – das entscheiden wir anhand des Befunds, nicht pauschal.

Alle Fragen und Antworten

Verdacht auf Wasser unter dem Estrich?

Typische Anzeichen sind aufgequollene Beläge, feuchte Sockel oder ein muffiger Geruch ohne sichtbare Ursache. Lassen Sie messen, bevor Sie sanieren.

Wir melden uns so schnell wie möglich. Schäden und Trocknungsanfragen werden priorisiert.