Ratgeber · Versicherung
Wasserschaden und Versicherung: Was Sie dokumentieren sollten
Fotos, Zeitpunkte, Messwerte, Zählerstände: Eine gute Dokumentation macht die Schadenregulierung einfacher. Was wichtig ist, was oft vergessen wird – und was ein Fachbetrieb dazu beitragen kann.
Nach einem Wasserschaden möchte man vor allem eines: aufräumen. Verständlich – aber ein paar Minuten Dokumentation vorher ersparen später Diskussionen mit der Versicherung. Dieser Beitrag gibt Orientierung; er ersetzt keine Rechtsberatung und keine Auskunft Ihres Versicherers.
Bevor Sie aufräumen
- Fotos aus der Übersicht und im Detail: Wasserstand, Ausbreitung, betroffene Räume, die Ursache (Leitung, Gerät, Anschluss), beschädigte Gegenstände.
- Zeitpunkte: Wann wurde der Schaden entdeckt? Wann wurde das Wasser abgestellt? Wann haben Sie wen informiert?
- Ursache sichern: Ein geplatzter Schlauch oder ein defektes Ventil sollte nicht entsorgt, sondern aufbewahrt werden, bis der Versicherer es gesehen hat oder darauf verzichtet.
- Beschädigte Gegenstände: Liste mit Bezeichnung, ungefährem Alter und Kaufpreis; Belege heraussuchen, soweit vorhanden.
Was Sie parallel tun dürfen
Schadenminderung ist nicht nur erlaubt, sie wird erwartet: Wasser abstellen, Inventar retten, eine Trocknung veranlassen. Warten Sie mit dem Trocknungsbeginn nicht auf eine schriftliche Freigabe, wenn der Schaden sonst größer wird. Informieren Sie den Versicherer aber zeitnah und halten Sie fest, was Sie veranlasst haben.
Welche Versicherung zuständig ist
Grob gesagt: Die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers deckt Schäden am Gebäude, die Hausratversicherung Schäden an beweglichen Sachen. Leitungswasserschäden sind in beiden meist enthalten, Schäden durch Starkregen, Rückstau oder Hochwasser nur mit Elementarschutz. Kommt das Wasser aus der Nachbarwohnung, kann die Haftpflicht des Verursachers eine Rolle spielen. Was in Ihrem Fall gilt, sagt Ihnen Ihr Vertrag oder Ihr Versicherer – wir können und dürfen dazu keine verbindliche Auskunft geben.
Was der Fachbetrieb liefert
Für die Regulierung einer Trocknung und Sanierung sind vor allem diese Unterlagen wichtig:
- Feuchtemessprotokoll der Ausgangslage mit Messpunkten und Werten
- Fotos der betroffenen Bauteile vor, während und nach der Trocknung
- Trocknungsprotokoll mit Geräten, Laufzeiten und Kontrollmessungen
- Stromverbrauch der Geräte (Zählerstände oder Zwischenzähler)
- Aufstellung der Maßnahmen, getrennt nach Trocknung, Rückbau und Wiederherstellung
Wir erstellen diese Unterlagen standardmäßig und stimmen uns auf Wunsch mit dem Sachverständigen oder Regulierer ab. Eine Zusage zur Kostenübernahme können wir nicht geben – die trifft allein der Versicherer.
Häufige Fehler
- Beschädigte Beläge und Materialien entsorgen, bevor sie fotografiert sind.
- Feuchte Wände überstreichen, um „schnell fertig“ zu werden – das verdeckt den Schaden und kann Folgekosten verursachen.
- Auf die Trocknung verzichten, weil noch keine Freigabe vorliegt.
- Den Stromverbrauch der Trocknungsgeräte nicht erfassen.
Sie dürfen den Fachbetrieb in der Regel selbst wählen. Mehr dazu und weitere Fragen in unseren FAQ.